Use Case: Digitale Standards und dezentrale Kooperationen in der Logistik

Die Ausgangslage

Die Logistikweisen Wolfgang Lehmacher, Andreas Backhaus und Klemens Rethmann warnen Anfang 2019 eindringlich: „Wer in der Logistikbranche den Zug der Digitalisierung verpasst, wird im Nachhinein wohl kaum wieder aufspringen können.”

Tatsächlich entwickeln sich gerade die Herstellungs- und Absatzprozesse rasend schnell und die Logistik muss seine Prozesse daran anpassen. Dazu legen Konsumenten in den wichtigsten Märkten immer mehr Wert auf nachhaltig produzierte Güter.

Die Logistikweisen halten daher fest: „Die Logistik braucht Visibility, d.h. eine digitale Abbildung der Geschehnisse „end-to-end“ […]. Und Visibility und folglich die zügige Reaktion auf Abweichungen und Störungen in einer immer volatiler werdenden Lieferkette sind ohne Daten nicht möglich.”

Und genau da drückt noch der Schuh. Trotz einer fortgeschrittenen Digitalisierung innerhalb der beteiligten Unternehmen erfolgen die Übergabeprozesse zwischen verschiedenen Unternehmen entlang der Lieferkette auch heute noch weitgehend manuell.

Die größten Herausforderungen sind dabei:

  • Fehlende Möglichkeit der unternehmensübergreifenden Digitalisierung ohne Offenlegung von sensiblen Unternehmensdaten.
  • Fehlende Standards, um Logistikprozesse entlang der Lieferkette einheitlich zu dokumentieren.
  • Die Verarbeitung von unterschiedlichen Datenformaten und analogen Begleitpapieren führen zu einem hohen administrativen Aufwand. 
  • Sonderfälle wie Schadensmeldungen erzeugen hohe Prozesskosten, da Informationen von allen beteiligten Unternehmen manuell zusammengetragen werden müssen. 
  • Der Nachweis der Einhaltung notwendiger Compliance-Vorgaben in Form von Umwelt-, Sozial- und Sicherheitsstandards entlang der gesamten Transportkette ist nur durch eine regelmäßige und kostenintensive Auditierung möglich.

 

Zwei Dinge sehen die Logistikweisen als unerlässlich an: Standards zu entwickeln und Kooperationen ausbauen. „Mehr Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Stakeholdern im Supply Chain Ecosystem sollte demnach das neue Paradigma in den deutschen, aber auch europäischen Export- und Importindustrien sein.”

Beide Forderungen können im evan.network umgesetzt werden. 

 

Das Ziel

In einer unternehmensübergreifenden Initiative der Transportlogistik sollen alle Prozesse der Warenlieferung durchgängig digitalisiert werden, um

  • durch Vereinfachung und Automatisierung Zeit und Kosten einzusparen,
  • den Aufwand für die Schadensbearbeitung entscheidend zu reduzieren,
  • die Einhaltung von Compliance-Standards zu garantieren und manipulationssicher zu dokumentieren.

Das Ziel

In einer unternehmensübergreifenden Initiative der Transportlogistik sollen alle Prozesse der Warenlieferung durchgängig digitalisiert werden, um

  • durch Vereinfachung und Automatisierung Zeit und Kosten einzusparen,
  • den Aufwand für die Schadensbearbeitung entscheidend zu reduzieren,
  • die Einhaltung von Compliance-Standards zu garantieren und manipulationssicher zu dokumentieren.

Die Lösung

Auf Grundlage der Business Blockchain evan.network werden papierbasierte Lieferaufträge über Digitale Zwillinge abgebildet. Jedes Produkt bzw. jede Charge besitzt eine eindeutige Digitale Repräsentanz zu der alle Lieferinformationen in Echtzeit abgebildet werden. Die Zustandsdokumentation der Waren, das Tracking des Lieferfortschritts oder benötigte Gefahrgut- und CSR-Zertifikate können über alle Kooperationspartner hinweg standardisiert und lückenlos erfasst und geteilt werden.

Dadurch können Transportaufträge effizienter und risikoloser bearbeitet werden, da nachfolgende Prozessschritte der Lieferkette nahtlos koordinierbar werden.

Durch die eingesetzte Blockchain-Technologie ist die Dokumentation der Prozesse absolut manipulationssicher, ohne dass die beteiligten Unternehmen sensible Geschäftsinformationen oder gegenseitige Lieferbeziehungen offenlegen müssen.

Das Arbeit mit Digitalen Zwillingen und Echtzeitdaten ermöglicht auch eine schnellere und preiswertere Schadensabwicklung, die zu einer neuen Dynamik in der Preisgestaltung von Versicherungsprodukten führen kann.

Der Nutzen auf einen Blick

  • Effiziente Logistik-Prozesse durch das vereinfachte Teilen von Daten und das Eliminieren von Medienbrüchen dank durchgängiger Dokumentation entlang der gesamten Lieferkette
  • Durchgängiges Zustands-Tracking von Lieferungen über mehrere beteiligte Transportunternehmen hinweg
  • Selbstbestimmte Nutzung digitaler Logistik-Dienste, sodass die Datenhoheit erhalten bleibt und digitale Informationen sicher, bedarfsweise und vertrauenswürdig geteilt werden können
  • Transparente Darstellung von Zertifikaten der gesamten Lieferkette, die durch unabhängige Auditunternehmen digital ausgestellt werden und manipulationssicher abgelegt werden
  • Beschleunigung der Schadensabwicklung durch einen schnellen Zugriff des Versicherers auf alle relevanten Liefer-Informationen und Zustands-Dokumentationen

Best Practice: Einsatz des eFrachtbriefes im Logistik Netzwerk COBILITY

Im Rahmen der Initiative COBILITY entsteht eine dezentrale Plattform der Transportlogistik, in der verschiedene Anwendungsfälle des eFrachtbriefes mit Unternehmen der Branche diskutiert, konzipiert und umgesetzt werden.

In einem ersten Schritt wird zunächst gemeinsam mit der R&V-Versicherung auf Basis der Business Blockchain evan.network die erste Stufe des eFrachtbriefes umgesetzt und hinsichtlich der Belange der Versicherungswirtschaft aufgebaut. Für jedes Frachtstück wird ein Digitaler Zwilling angelegt, der Lieferdaten und Wareninformationen abbildet.

Auf diesem Kern erfolgt die Erweiterung des eFrachtbriefes um weitere Anwendungsfälle, die im Verbund mehrerer oder auf Initiative einzelner Unternehmen der Logistik-Branche umgesetzt werden. So stehen Themen wie digitales Gefahrgut-Management, Einhaltung von Compliance-Standards und durchgängiges Liefer-Tracking im Fokus der Betrachtung.

Der eFrachtbrief enthält alle wichtigen Informationen der Lieferung und ist die Basis für ein vollständig digitales Transaktionsmanagement, welches schrittweise bei jedem Logistik-Unternehmen eingeführt werden kann.

Pressekontakt

Jasmin Weber
Agentur Frische Fische
phone: +49 (0)351 215229712
e-mail: jasmin.weber@frische-fische.com